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Stadtwerke Heidelberg informieren Nachbarn über das geplante Holz-Heizkraftwerk
Am Samstag, den 22. Oktober, haben die Stadtwerke Heidelberg ihre Nachbarn rund um das Werksgelände Pfaffengrund sowie alle weiteren interessierten Heidelberger zu einer offenen Infoveranstaltung über das geplante Holz-Heizkraftwerk eingeladen.
Die Anlage wird auf dem Werksgelände entstehen und ist ein großer Schritt, damit die Energieversorgung in Heidelberg noch klimaschonender wird. Alle Haushalte in Heidelberg waren über die Presse oder über Handzettel eingeladen. Rund 100 Personen folgten der Einladung bei strahlendem Sonnenschein und kühlen Temperaturen.
Um 14.30 Uhr öffneten die Stadtwerke Heidelberg die Tore ihres Pfaffengrunder Werkes für die Besucher; Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger vor allem aus der Nachbarschaft nutzten die Gelegenheit, den Bauplatz des Holz-Heizkraftwerks zu besichtigen und sich bei Kaffee und Kuchen anhand von Infotafeln einen ersten Überblick über die Planungen zu verschaffen. Ab 15 Uhr präsentierten die Stadtwerke Heidelberg und Experten vom Planungsteam das Vorhaben. Dr. Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg, und Peter Erb, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Umwelt, stellten vor, welche Rolle das Holz-Heizkraftwerk für eine nachhaltige Energiewirtschaft in Heidelberg übernimmt. „Das Holz-Heizkraftwerk ist unsere wichtigste Maßnahme, um die Energiewende in
Heidelberg voranzubringen", betonte Rudolf Irmscher. „Über hocheffiziente Kraft- Wärme-Kopplung produzieren wir damit Wärme und gleichzeitig Strom aus
regenerativen Quellen. Das ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zu unserem Ziel, um bis 2017 gänzlich ohne Atomstrom auszukommen." „Der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärme in Heidelberg wird damit künftig 14 Prozent betragen", ergänzte Peter Erb. „Das Holz-Heizkraftwerk wird Strom- und Wärme in der Höhe des Bedarfs von 6.000 Hauhalten in der Bahnstadt produzieren." Im weiteren Verlauf erläuterten Experten aus dem Planungsteam die Technik der Anlage und präsentierten, welche lokalen Wirkungen sie verursacht. Grundlage waren Gutachten zu Lärm, Luftbelastung, Artenschutz sowie zur Umweltverträglichkeit - das sind die Themen, die nach Genehmigungsrecht zu prüfen sind. Die Gutachten kommen zu folgenden Ergebnissen.
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von v.l.n.r: Dr. Ulrich Kliemczak und Helge Bauer, Planer im Auftrag der Stadtwerke Heidelberg
Umwelt, Ellen Frings, Unternehmenskommunikation der Stadtwerke Heidelberg, Peter Erb,
Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Umwelt, Dr. Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der
Stadtwerke Heidelberg
- Lärm: Die Geräuschwirkungen durch Betrieb und Verkehr liegen an allen untersuchten kritischen Orten nicht nur unterhalb des Richtwerts, sondern sogar unter der Irrelevanzschwelle der TA-Luft - das ist die Größenordnung, bei der die Einwirkungen als nicht relevant angesehen werden.
- Luft: Die Immissionen der wichtigsten Schadstoffe, NOx und Feinstaub, betragen weniger als ein Prozent der zulässigen Immissionswerte der TALuft und liegen deutlich unterhalb der Irrelevanz- und sogar noch unter den verschärften Werten für die Umweltzone. Es ist also von keinerlei relevanter zusätzlicher Belastung auszugehen - zumal das Gutachten von höheren Emissionswerten ausgeht als tatsächlich erwartet werden. Denn ein Schlauchfilter als bestes Verfahren zur Staubabscheidung wird die Emissionen gegenüber den Plandaten stark senken.
- Wirkungen auf die Natur: Das Gutachten des Heidelberger Institut für Umweltstudien (IUS) kommt zum Schluss, dass keinerlei geschützte Arten betroffen sind.
- Holzherkunft: Rechtlich nicht relevant, aber für viel Umweltschützer ein wichtiges Thema: die Herkunft und die Nachhaltigkeit des eingesetzten Holzes. Das Holz wird vorwiegend aus der Region mit maximal 75 Kilometern Entfernung um Heidelberg stammen. Bei dem Holz handelt es sich vorwiegend um Landschaftspflegematerial und Hölzer aus Grünschnittsammlungen, außerdem um Kronenholz aus der Herstellung von Papier und anderen Produkten.
Die anschließende Diskussion drehte sich unter anderem um die CO2-Wirkung des Holz-Heizkraftwerks, das Verkehrsaufkommen und die Luftbelastung vor Ort. Das Holz-Heizkraftwerk stoße doch auch CO2 aus, ob das untersucht worden sei, fragte einer der anwesenden Bürger. „Holz ist CO2-neutral", erklärte Peter Erb, „denn es stammt aus dem natürlichen CO2-Kreislauf: Der Baum wächst, wird verbrannt, und das C02 wird wieder über nachwachsendes Holz gebunden - deshalb die geplante Anlage ein Beitrag zum Klimaschutz." Und der Verkehr? Etwa acht bis zwölf LKWs täglich wird es künftig mehr in das Gewerbegebiet Paffengrund geben, das sind etwa ein LKW pro Stunde während des Tages mehr wie einer der Experten aus dem Planungsteam umrechnete - und sei damit eher zu vernachlässigen. Die Holzlieferungen finden nur an Werktagen statt - auch diese Frage eines Bürgers konnte klar beantwortet werden. Intensiver wurden die Auswirkungen auf die Luft betrachtet; Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Energie, brachte die komplexen Ausbreitungsrechnungen der Gutachter auf den Punkt: „Mit seiner deutlichen Unterschreitung der niedrigen Grenzwerte für die Umweltzone hat das Kraftwerk sozusagen die grüne Umweltplakette, um in der Umweltzone fahren zu können."
Die Informationsveranstaltung war ein freiwilliges Angebot der Stadtwerke Heidelberg an die Bürgerinnen und Bürger. „Denn es ist unsere Ziel, offen und transparent zu sein", betonte Dr. Rudolf Irmscher abschließend. Auch die Bürgerinnen und Bürger, die nicht zur Infoveranstaltung gekommen sind, können sich ein ausführliches Bild über das Holz-Heizkraftwerks verschaffen: hier finden sie häufig gestellte Fragen (FAQs) - und Antworten darauf. Mit der Genehmigung der Anlage durch die zuständigen Behörden rechnen die Stadtwerke Heidelberg noch im vierten Quartal dieses Jahres. Geht der vorgesehene Zeitplan auf, startet der Bau im Frühjahr 2012 und dauert insgesamt zwölf Monate; dazu kommen drei Monate, bis die Anlage in Betrieb genommen werden kann. Die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich im Sommer 2013.